Der diesjährige Länderpokal wurde im Jahre 2010 vom 02. bis 04. April im hohen Norden bei der PSK Ortsgruppe Stade e. V. durchgeführt.
Im Vorfeld stand die Veranstaltung unter keinem guten Stern: Aufgrund des sehr langen Winters hatten die Hunde zwangsläufig einen starken Trainingsrückstand, da bundesweit teilweise bis eine Woche vor der Veranstaltung noch Schnee lag und ein Üben gerade in der Fährte teilweise unmöglich war. Ebenfalls wurde der traditionelle Termin (das erste Wochenende im April) beibehalten, was dieses Jahr aber bedeutete, dass der Länderpokal am Osterwochenende stattfand. Dennoch wurde eine beachtliche Meldezahl erreicht. Als Prüfungsleiter stellte sich Ludwig Hornsmann zur Verfügung, der mit viel Routine und Sachverstand die Büroarbeit übernahm. Vielen Dank Ludwig für diese tolle Arbeit!
Im Vorfeld hatte die Ortsgruppe Stade ebenfalls mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen. Da die Ortsgruppe gerade umgezogen war und ein neues Trainingsgelände aufbauen musste, führte auch hier die Wetterlage zu Verzögerungen. Aber es konnten mit vereinten Kräften rechtzeitig zur Veranstaltung das Vereinsheim, der Übungsplatz sowie die sanitären Einrichtungen fertig gestellt werden. Teilweise wurde noch bis zur letzten Minute geschraubt, geschaufelt und gestrichen. Das Einiges (z. B. der Siegerpodest) kurzfristig improvisiert werden musste, verlieh der Veranstaltung einen zusätzlichen Charme und niemand nahm es übel bzw. störte sich daran. Überhaupt war die gesamte Veranstaltung geprägt durch sportliche Fairness, harmonisches Miteinander und einer ausgesprochen guten und entspannten Atmosphäre, bei der sich jeder wohlfühlte und jeder mit dem anderen mitfieberte und die Daumen drückte. Der Länderpokal ist eben etwas Besonderes im PSK, ein Freundschaftstreffen von Hundesportlern, die sich zum Jahresanfang wiedertreffen und drei schöne Tage miteinander verbringen. Eine Veranstaltung, die es zu erhalten gilt.
Insgesamt meldeten sich 23 Starter an, zwei sind sogar aus Dänemark angereist. Es meldeten drei Zwergschnauzer, drei Mittelschnauzer und 17 Riesenschnauzer. Gestartet werden konnte in den Stufen Begleithundprüfung, Vielseitigkeitsprüfung. Fährtenprüfung, Stöberprüfung sowie einer Kombination aus den Abteilungen der VPG-Prüfung. Leider waren nur 4 Landesgruppen vertreten: Nordmark, Westfalen, Thüringen und Hessen. Das ist schade, da so der eigentliche Gedanke des Länderpokals (Vergleichswettkampf der Landesgruppen) auf der Strecke bleibt.
Nachdem die Teilnehmer am Donnerstag bzw. Freitag angekommen, die Veterinärkontrolle vollzogen und die Begrüßungsreden gehalten waren, kam es Freitagabend zur Auslosung und danach zum gemütlichen Beisammensein im Vereinsheim.
Als Repräsentant des Vorstandes sowie als Leistungsrichter für die Veranstaltung war Matthias Hallermann angereist. Er verstand es in gewohnter Weise durch seine ruhige, sachliche Art den Hundeführern die Nervosität zu nehmen und bewertete an beiden Tagen gleichmäßig, nachvollziehbar und fair. Die Besprechungen waren ausführlich und fundiert und wurden für die dänischen Starter sogar auf Englisch gehalten.
Am Samstag wurden alle Fährtenarbeiten durchgeführt. Insgesamt 14 FPr bzw. VPG-Fährten sowie eine FH 1 und eine FH 2 mussten von den Fährtenlegern Olaf Schwartz und Sören Roggenbau gelegt werden. Ein routiniertes Team, das auch schon im Oktober bei der Deutschen Meisterschaft der Fährtenhunde perfekt zusammenarbeitete. So waren die Fährten auf dem weichen Ackerboden gut getreten und die Ergebnisse waren überwiegend zufriedenstellend. Leider konnte ein Starter in der IPO 3 und ein Starter in der FPr 2 das Prüfungsziel nicht erreichen. Hier war wohl das mangelnde Training aufgrund des Wetters schuld. Am Samstagabend standen drei Sieger schon fest: Karen Gosch mit 98 Punkten in der FPr-Prüfung, Dagmar Runte mit 91 Punkten die FH 1 und Eva Löhden mit sagenhaften 100 Punkte die FH 2. Somit konnte der Festabend beginnen.
Hier konnte die Ortsgruppe Stade mit Hilfe des „geliehenen“ Küchenchefs Uwe Heiliger aus der OG Horst-Holstein auf ganzer Linie überzeugen. Es gab ein erstklassiges kaltes und warmes Buffet mit anschließender Eisbombe. Es wurde jeder satt und so konnte der Abend bei einem kleinen Osterfeuer und allerlei netten Gesprächen ausklingen.
Der Sonntag begann früh mit den Begleithunden. Hier konnten wir einige schöne Leistungen sehen, obwohl leider eine Starterin das Prüfungsziel nicht erreichen konnte. Es blieb spannend bis zum Schluss, da Matthias Hallermann die endgültige Reihenfolge erst nach dem Straßenteil festlegen wollte. Schließlich gewann knapp Tina Roth mit ihrem Mittelschnauzer.
Bemerkenswert auch hier die Vielfalt: sowohl bei den FPr-Prüfungen wie auch bei den Begleithunden schafften es sowohl ein Riesenschnauzer, ein Mittelschnauzer und ein Zwergschnauzer aufs Treppchen. Das zeigt, dass in sportlicher Hinsicht unsere Rassen einander fast ebenbürtig sind.
Bei den VPG Hunden war es ein richtiger Krimi. Nachdem die Leistungen in der Unterordnung von „sehr gut“ bis leider zwei Mal „mangelhaft“ reichten, kam es im Schutzdienst zu einem Kopf an Kopf rennen zwischen Eva Löhden und Anni Warfen. Schließlich konnte Anni Warfen das Rennen mit einem beeindruckenden Schutzdienst, der mit 98 Punkten belohnt wurde, für sich entscheiden.
Als Schutzdiensthelfer standen Julian Lachowicz im ersten Teil und Sören Roggenbau im zweiten Teil zur Verfügung. Die Arbeit war insgesamt anspruchsvoll und verlangte den Hunden einiges ab. Leider konnte der Hund einer Starterin die Flucht nicht verhindern und die Arbeit musste abgebrochen werden.
Alles in allem bot dieser Länderpokal auch für die Zuschauer ein sportliches Highlight und einen gelungenen Auftakt in das Sportjahr 2010. Viele zufriedene Gesichter und die Versprechen „bis zum nächsten Jahr“ und „jederzeit gerne wieder“ lassen hoffen, dass der Länderpokal durch engagierte Sportler am Leben erhalten wird.
Wir sehen uns im nächsten Jahr, zum Länderpokal 2011!!!
Sören Roggenbau
Sportbeauftragter der LG Nordmark
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