Die 18. ISPU-Weltmeisterschaft für Riesenschnauzer 2009 in Götzis
in Österreich gehört der Geschichte an, wir waren ein Teil davon.
Wir erlebten vom 23. – 25. Oktober 2009 in Götzis im Vorarlberg
in Österreich eine hervorragend durchorganisierte Veranstaltung. Mit
60 gemeldeten Startern aus 9 Nationen war diese 18. WM die bis dato größte
in der Geschichte der ISPU.
Doch nun alles schön der Reihe nach.
Von den ursprünglich 20 gemeldeten deutschen Startern kamen 18 nach Götzis. Einige reisten bereits eine Woche vor den Wettkämpfen an. Am Donnerstagabend trafen sich die deutschen HF zu einer ersten Mannschaftsbesprechung. Mann- schaftsführer Peter Lienhard begrüßte die Sportler und brachte seine Freude zum Ausdruck, dass dieses Jahr 50% „neue“ Gesichter dabei sind.
Der Freitag begann für uns alle recht früh, die deutschen Starter waren als erste zum freien Training eingeteilt. Aus diesem Grund mussten wir auch als erste zur Tierarztkontrolle. Das freie Training wurde dieses Jahr vom Organisator wegen der hohen Teilnehmerzahl gekürzt; es standen pro Team für Unterordnung und Schutzdienst nur 5 Minuten zur Verfügung. Die 90 Minuten Trainingszeit unseres Teams verlief dem von Peter erstellten Zeitplan entsprechend. Jeder hatte die Möglichkeit in kleinen Übungseinheiten den Platz kennen zu lernen. Im Schutzdienst wurde hauptsächlich das Revieren geübt.
Gespannt war man am Nachmittag auf die Vorführung der Probehunde. Zwei österreichische Sportsfreunde führten ihre Riesenschnauzer zunächst in der Unterordnung, anschließend im Schutzdienst vor. Die Herren Gernot Pichler (A), Leistungsrichter in Abt. B und Herr Georg Benz (D), LR in Abt. C gaben in der anschließenden Mannschaftsführerbesprechung ihre Kommentare zu den gezeigten Arbeiten ab.
Jeder war auf die Arbeit der beiden Helfer, Jiri Bravenec (CZ) und Reinhold Steingruber (A) sehr gespannt. Die Schnelligkeit von Reinhold Steingruber überraschte viele Hundeführer, aber die Art und Weise wie er die Hunde abfing ließ wieder Vertrauen wachsen. Beide Helfer ließen im Probeschutzdienst ihr Können aufblitzen, was sie an den beiden Wettkampftagen 54-mal in hervorragender Weise zeigten, sie leisteten eine hervorragende Arbeit. Ihnen gebühren ein besonderer Dank und die Wertnote „Vorzüglich“.
Die offizielle Eröffnung der 18. ISPU-WM mit dem Einmarsch der Nationen fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Kurz vor Beginn öffnete der Himmel die Schleusen und ein anhaltender Regen setzte innerhalb von Minuten alles unter Wasser. Die Teilnehmer versammelten sich in der angrenzenden Halle und Albert Ritter, Cheforganisator der WM, erklärte nach einer kurzen Ansprache die 18. ISPU -WM für eröffnet. Ein spannender Teil des Tages war sicher am Abend in der Halle die Startauslosung. Erst mussten die Mannschaftsführer die Reihenfolge der Nationen auslosen, dann gingen die HF in alphabetischer Reihenfolge zum Lostopf. Als Los bekamen die HF eine Armbanduhr mit dem Emblem der WM.
Helga Salewski mit Frisco vom Hatzbachtal und der ungarische HF Robert Onutan eröffneten den Wettkampf am Samstag morgens um 8:00 Uhr im Möslestadion bei fast blauem Himmel. Für David Heinicke, Hanno Hemm und Tino Wachsmuth begannen die Wettkämpfe in der ersten Fährtengruppe; sie starteten um 07:30 Uhr ins Fährtengelände.
Am Samstag mussten 13 unserer Teams in der Fährte antreten, 13 HF zeigten die Unterordnung und 8 absolvierten den Schutzdienst. Am Samstagabend hatte jeder HF 2 Disziplinen beendet.
Der Losentscheid wollte es so, dass die amtierende deutsche Meisterin Jana Baumann mit ihrem Dargo vom Hatzbachtal mit dem amtierenden Welt- und österreichischen Meister Bernhard Reinelt mit Grande con todos los santos in die gleiche Gruppe kamen. Beide mussten in der 3. Fährtengruppe um die Mittagszeit ins Gelände. Jana kam mit 96 Punkten zurück, Bernhard mit 95 Pkt. Montell Brown aus Georgia / USA suchte mit seinem Quentin von Grobis Meute in der 1. Gruppe bereits 95 Pkt. Dies versprach ein spannendes 3er-Rennen zu werden. Montell übernahm dann mit einer 95er Unterordnung zunächst die Führung.
Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt am Samstagabend gegen 19:30 Uhr, als Jana und Bernhard mit ihren Hunden zur Unterordnung antraten. Ein spärliches Flutlicht tauchte den Platz in ein dunkles Schattenmeer. Auf den Zuschauerrängen herrschte absolute Ruhe, was die knisternde Spannung nur unterstrich. Als die Hunde nach einem schnellen Voraus ihre Übungen mit einem schnellen Platz beendeten, brauste anhaltender Beifall auf. Leistungsrichter Gernot Pichler verkündete die erreichten Wertungen: Bernhard Reinelt 97 Pkt. vorzüglich, Jana Baumann 95 Pkt. sehr gut. Damit übernahm Bernhard Reinelt mit einem Punkt Vorsprung die Führung im Zwischenklassement. Reinelt: 192, Baumann 191, Brown 190. Die Entscheidung über den WM-Titel 2009 wird also am Sonntag im Schutzdienst fallen.
Der Festabend in der Halle startete mit einem Sektempfang und einem vom Bundeskanzler Werner Faymann gestifteten Abendessen. Das Unterhaltungstrio „Partyjäger“ sorgte mit abwechslungsreicher Unterhaltungsmusik und Showeinlagen für eine super Stimmung. Die Schnauzerbar war bis in die frühen Morgenstunden gut besucht.
Als Ironie des Schicksals könnte man die Arbeit von Gerhard Schweizer mit seiner Vinka von der Villa Klara bezeichnen, als er nach einer 96er Unterordnung, einem Ausfall im Schutzdienst am Sonntag mit 97 Pkt. mit noch 3 anderen HF das höchste Fährtenergebnis suchte.
Von der führenden 3er Gruppe musste Montell Brown als erster in Abt.
C antreten. Für ihn lief es nicht ganz wie gewünscht, er erreichte
83 Punkte, gesamt 273 sg. Als Bernhard Reinelt mit Grande das Stadion betrat
war es still, man wusste, jetzt fällt eine Vorentscheidung. Grande zeigte
eine überzeugende Arbeit mit verdienten 97 Punkten. Der nächste
Hund war Dargo – die Entscheidung stand bevor. Dargo zeigte kleine Ungenauigkeiten,
belästigte die Helfer etwas mit der Pfote, jeder wusste, das reicht Bernhard
mit Grand erneut zum Titel. Dargo erhielt für seine Arbeit 95 Pkt. sg.
Die Entscheidung um den Einzeltitel war gefallen, der Weltmeister 2009 heißt
Bernhard Reinelt mit Grande contodos los santos.
Spannend blieb bis zur Stunde noch die Entscheidung um den Titel der Mannschaftswertung.
Nach dem letzten Hund der Gastgeber legten sie mit 825 Pkt. vor, wir lagen
zu dieser Zeit mit 820 Pkt. 5 Punkte zurück, hatten aber noch ein Eisen
im Feuer.
Petra Reichmann mit Wotan vom Lindelbrunn startete als letzte HFin unserer
Mannschaft im Schutzdienst. Die ganzen Hoffnungen lagen auf Wotan; er zeigte
eine inzwischen gewohnt solide Arbeit, erreichte 93 Pkt sg und sicherte somit
der Mannschaft 831 Punkte, und damit den Titel des Mannschaftsweltmeisters
2009.
Herzlichen Glückwunsch an die Mannschaft mit Jana Baumann, Petra Reichmann,
Dr. Hanno Hemm, Detlef Bergling und Frank Rebstock.
Dies ist der 7. Mannschafts-WM – Titel in ununterbrochener Reihenfolge
für das deutsche Team.
Ich gratuliere den Siegern, Bernhard Reinelt, Jana Baumann und Jaroslav Vidrna
sowie den Mannschaften aus Österreich und der Tschechischen Republik.
Dem österreichischen Organisationsteam um Albert Ritter und Dietmar Keck sage ich ein herzliches Dankeschön, dem Organisationsteam 19. ISPU-WM 2010 um Hermann Krüssel wünsche ich viel Glück und gutes Gelingen bei der Vorbereitung zur WM in Haren / Ems.
Peter Lienhard
Mannschaftsführer
Team Deutschland




























